Haus Watzenegg

Revitalisierung und Erweiterung
Dornbirn/A, 2002

raumhochrosen – Heike Schlauch und Robert Fabach

Die kleine, aber feine Bauaufgabe hat in ihrer Lösung international Beachtung erfahren. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet.

Die Rekonstruktion und vorsichtige Erweiterung eines beispielhaften Hauses aus den frühen 1960er Jahren zeigt großen Respekt vor der frühen ‘Vorarlberger Bauschule’ und Einfühlungsvermögen in jene Qualitäten, die den privaten Wohnbau in Vorarlberg grundlegend verändert haben.Die Eingriffe sind Verbesserungen, behutsame Ergänzungen der abgewohnten und veränderten Substanz, ästhetischer Rückbau und Wiederherstellung im Sinne heutiger technischer und ökologischer Standards.

ZV Bauherrenpreis 2005
Preisträger

Vorarlberger Hypo Bauherrenpreis 2005
Auszeichnung Kategorie Einfamilienhäuser & Reihenhäuser

Holzbaupreis Vorarlberg 2003
Auszeichnung Kategorie Einfamilienhäuser

Bericht der Jury:
Die Rekonstruktion und Erweiterung eines Schlüsselwerks der modernen Baukunst in Vorarlberg verdient besondere Beachtung. Durch enormen Einsatz der Bauherrschaft und des Planungsteams gelang zum einen nichts Geringeres als die Wiederentdeckung eines kaum mehr bekannten und durch etliche Umbauten zuletzt auch kaum noch kenntlichen Marksteins der regionalen Architekturentwicklung – des ersten Hauses von Gunther Wratzfeld von 1963.
Zum anderen ist es ein Modellfall der ökologischen Sanierung eines Holzbaus und ein Beispiel für die nachhaltige Erneuerbarkeit von Holzbauten. Der Holzschirm und die Innenverschalungen der auf Betonwinkeln „schwebenden“ Wohnetage wurden aus lokal verfügbaren Materialien originalgetreu erneuert. Der Austausch der durch chemische Schutzmittel kontaminierten Holzsteher wurde dazu genutzt, um die Dämmstärke zu erhöhen und mit Schafwolle zu erneuern.
Für die Rekonstruktion der verschiedenen Bauteile – unter anderem der außen angeschlagenen, sehr schlank proportionierten Kippfenster, die schon früh verändert worden waren – wurden gewissenhafte Recherchen und Detailplanungen durchgeführt. In mancher Hinsicht wohl ein Sonderfall – in der generellen Haltung und kreativen Sorgfalt jedoch vorbildlich für das große, aktuelle Potential des Holzbaus in der Althaussanierung.

Architekt 1963: Gunter Wratzfeld

Generalunternehmer: Rheinhaus, Dornbirn

Fotografie: Ignacio Martinez, Bruno Klomfar